Das Planeten- oder Sonnensystem
Das Wort Planet stammt aus dem Griechischen und bedeutet «Wanderer» oder «Wandelstern». Im Altertum wurde bekanntlich die Erde als Zentrum des Universums betrachtet, Damals wurden auch Sonne und Mond zu den Wandelsternen gerechnet, da sie sich für den Himmelsbeobachter - wie die anderen Planeten - scheinbar zwischen den Fixsternen bewegen.
Im Unterschied zur Sonne und den übrigen Fixsternen, die aus selbstleuchtenden, sehr heissen Gasen bestehen, sind die Planeten kühle, nicht selbst leuchtende Körper, die bloss einen Teil der auf sie fallenden Sonnenstrahlen reflektieren. Nur dank dieser Tatsache können sie von uns gesehen werden.
Alle in der Nähe der Sonne vorhandenen Himmelskörper gehören zum Sonnensystem. Da 99,9 Prozent der Gesamtmasse des Sonnensystems in der Sonne selbst konzentriert sind, werden ihr alle Himmelskörper in ihrer Nähe untergeordnet und gezwungen, um die Sonne verlaufende Bahnen nach bestimmten Gesetzmässigkeiten zu beschreiben. Genau genommen sind die Planetenbahnen Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht. Die Bahnform weicht aber bei vielen Planeten nur unwesentlich von der Kreisform ab. Die grossen Planeten kreisen dabei von Norden her gesehen im Gegenuhrzeigersinn um die Sonne. Mit Ausnahme der Venus, die sich in 243,1 Tagen im Uhrzeigersinn einmal um ihre eigene Achse dreht, rotieren die Planetenkörper ebenfalls im Gegenuhrzeigersinn um die eigene Achse. Unser Planetensystem zeigt bezüglich Masse und Aufbau eine eigenartige Zweiteilung: eine Gruppe der erdähnlichen inneren Planeten (Merkur, Venus, Erde und Mars) und eine solche von äusseren, jupiterähnlichen Planeten (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun).
Pluto muss wegen seiner Grösse, seiner stark exzentrischen - und zur Ekliptik ausserordentlich stark geneigten Bahn von über 170 als Aussenseiter bezeichnet werden. Die inneren Planeten sind verhältnismässig klein, haben eine schwache Atmosphäre, eine feste Oberfläche, kleine bis mittlere Rotationsgeschwindigkeiten und werden von wenigen oder gar keinen Monden begleitet, Demgegenüber sind die äusseren Planeten relativ gross, mit einer gewaltigen Atmosphäre, grosser Rotationsgeschwindigkeit, einer grösseren Zahl von Monden und einem ganz andersartigen inneren Aufbau. Diese beiden Planetengruppen werden durch den Planetoidengürtel getrennt.
Interessant ist die Abstandsfolge der Planeten, die eine gewisse Gesetzmässigkeit aufweist. Eine von Titius und Bode Ende des 18. Jahrhunderts gefundene mathematische Reihe besagt, dass die mittleren Abstände der Planetenbahnen einer bestimmten geometrischen Reihe folgen. Die auf Grund dieser Aufeinanderfolge zwischen Mars und Jupiter existente Lücke konnte in der Neujahrsnacht 1800/01 durch den Italiener Piazzi mit der Entdeckung des Planetoiden Ceres geschlossen werden. In der Folge wurden in diesem Bereich und auch ausser- und innerhalb dieser Zone zehntausende solcher kleiner Himmelskörper gefunden, die, wie man vermutet, von einem grösseren, in prähistorischer Zeit zerstörten Planeten stammen könnten.
Zum Sonnensystem gehören auch der interplanetare Staub und die wahrscheinlich in die Milliarden gehende Zahl von Kometen und Meteoriten, deren parabel- oder hyperbelförmige Bahnen bis in eine Entfernung von mehreren Billionen Kilometern reichen. Damit erstreckt sich der Einflussbereich der Sonne und damit die Grösse unseres Sonnensystems bis in den Raum der nächstgelegenen Fixsterne.
In bezug auf unsere Nachbarsterne steht die Sonne im Raum nicht still, sondern bewegt sich mit rund 20 km/sec auf einen Punkt im Sternbild Hercules zu. Auch nehmen wir mit der Sonne an der Eigenrotation unseres Milchstrassensystems teil. Mit einer Geschwindigkeit von 250 km/sec umlaufen wir das Milchstrassenzentrum einmal in etwa 220 Millionen Jahren.
Mit der Darstellung unseres Sonnensystems in einem verkleinertem Massstab, in dem sowohl die geometrischen Abmessungen der Sonne und der Planeten als auch deren Abstände in ein und demselben Massstab dargestellt sind , soll einem Betrachter ein wahrheitsgetreues Bild über Grösse und Aufbau dieses Systems gegeben werden. In unserem Modell auf dem Uetliberggrat entspricht ein Millimeter tausend Kilometern in der Wirklichkeit. Die Lichtgeschwindigkeit von 300 000 km/sec wird im Modell zu 30 cm/sec.
